Im städtebaulichen Entwurf befassten sich die Studierenden im Wintersemester 2020/2021 mit dem 102 Hektar großen Areal der Josefstadt in Frankfurt am Main. Bis heute ist das Planungsareal Josefstadt landwirtschaftlich genutzt und nur spärlich bebaut. Die umliegenden Stadtteile mit ihren unterschiedlichen stadtbauhistorischen Hintergründe bilden einen spannenden Planungskontext. Während Praunheim bis in die frühen 1900er Jahre eine eigenständige Gemeinde am Frankfurter Stadtrand war und erst 1910 eingemeindet wurde, sind die Siedlung Praunheim und die Nordweststadt Beispiele für die Frankfurter Außenentwicklung zwischen 1920 und 1980. Die Übergänge zur beplanenden Freifläche sind geprägt durch Privatgärten, größere Gewerbeansammlungen und Friedhöfen. Diese Ränder sind locker bebaut, aber an vielen Stellen lediglich für Fußgänger und Radfahrer durchlässig.
Im Zentrum der Entwurfsaufgabe stand die Erarbeitung eines städtebaulichen Konzepts für ein neues, gemischtes Quartier auf Grundlage der Leipzig-Charta 2020. Sie formuliert drei transformative Handlungsbereiche als Leitlinien für integrierte Stadtentwicklung: die grüne Stadt, die gerechte Stadt und die produktive Stadt. Die Studierenden untersuchten angemessene Bebauungs-, Freiraum- und Nutzungsstrukturen und entwickelten einen Rahmen für eine nachhaltigen Außenentwicklung