#trans­forma­tion­gestalten

Die Untersuchungen des Lehr- und For­schungs­gebiets stdtb verstehen sich als Teil der Trans­forma­tions­for­schung für den urbanen und sub­urbanen Raum. Schwer­punkte bilden dabei die Themen­­­­komp­lexe Re­gio­polen­for­schung, Bil­dungs- und Wissens­­quar­tiere, Kleine Groß­städte und Länd­licher Raum. Die Be­deu­tung dieser Aufgaben wird durch ak­tuelle Stadt-Land-Dis­kuss­ionen belegt. Fragen der Trans­formation werden den fach­lichen Diskurs zu­künftig bestimmen. stdtb ist Teil des inter­dis­zipli­nären Zen­trums für Bildungs­räume und außer­dem ver­ant­wortlich für das Fusion Lab, Stadt- und Re­gio­nal­labor Siegen, fsnlb.

Die räum­liche Ent­wicklung von Uni­versi­täten sowie der Um- und Ausbau von Schulen und Bil­dungs­räumen sind wesentliche Auf­gaben der Wissens­gesell­schaft. In den ver­gang­enen Jahren ist stdtb Teil eines breiten und dichten aka­demi­schen Netzwerks geworden. Die Forschungs­a­ktivitäten in zwei, vom Wissen­schafts­­minis­terium Baden-Württem­berg ge­förder­ten, trans­diszi­plinären Real­laboren im Bereich der Bil­dungs­räume sowie deren Ein­bindung in die Inter­natio­nale Bau­aus­stellung IBA Wissen schafft Stadt in Heidel­berg er­mög­lichten viele Kon­takte unter anderem zur ➝ Montag Stiftung und zur ➝ Freudenberg Stiftung. Die stadt­planer­ische und städte­bau­liche Aus­ein­ander­setz­ung mit unter­schied­lichsten Bildungs­räumen schafft viel­fältige Schnitt­stellen für die Fakultät II Bildung, Archi­tektur, Kunst und baut eine sub­stan­zielle Ex­pertise im Bereich Bil­dung auf. Aktuell en­ga­giert sich stdtb innerhalb des vom Land NRW finanzierten Förder­programms Inno­vative Hoch­schule im For­schungs­projekt FUSION – for­schungs­basierte Ko­evo­lution zur Trans­forma­tion des länd­lich in­dus­tria­li­sier­ten Raumes. Im Rahmen dieses inter- und trans­diszi­pli­nären Projekts sind wir für Aufbau, Orga­ni­sation und Durch­führung des Fusion Labs, dem Stadt- und Re­gio­nal­labor Siegen ver­ant­wort­lich.
2023 - heute

fsnlb

Stadt- und Regionallabor Siegen
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Die Verlagerung von drei Fakultäten ins Stadtzentrum Siegens ist für die Universitätsentwicklung ein zentrales Vorhaben, das Fragen nach ihrer zukünftigen Rolle im urbanen und regionalen Kontext aufwirft. Mit dem Stadt- und Regionallabor zur Raum und Architekturrelevanz der Universitätsstadt Siegen wird eine inter- und transdisziplinäre Forschung-, Lehr- und Dialogplattform etabliert, die an der Schnittstelle von Architektur und Städtebau, von Gestaltung und öffentlichem Raum, der Sozialforschung und der baukulturellen Bildung arbeitet. Im Stadt und Regionallabor diskutieren, Bürger:innen, Studierende und Forschende gemeinsam mit Gästen die aktuellen Fragen des Zusammenlebens.
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2016 - heute

Zwischen Ideal und Notwendigkeit

Laufende Dissertation zur Aktualität und Relevanz und Leitbildes Europäische Stadt zur Bestimmung urbaner Qualität in neuen Stadtquartieren
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Zunehmend wird in Deutschland eine mangelnde Qualität neuer Stadtquartiere konstatiert. Mit der ökologischen Krise und der Diskussion um nachhaltige Entwicklung ist die städtische Planung gefordert, globalen Anforderungen Rechnung zu tragen. Unter hohem Nachfragedruck nach innerstädtischem Wohnraum sind in den letzten Jahrzehnten in allen deutschen Städten neue Quartiere entstanden - zumeist Beispiele der Innenentwicklung, bei denen Brachflächen mit unterschiedlichen Vornutzungen wieder aktiviert wurden - deren Qualität offensichtlich hinter dem zurückbleibt, was sich ihre Entwerfer erhofften.

Um Chancen und Defizite neuer Stadtquartiere für die zukünftige nachhaltige und qualitätsorientierte Stadtentwicklung aufzuzeigen, widmet sich ➝ Astrid Bremer in Ihrer Forschungsarbeit einer vertiefenden Analyse des Leitbildes europäische Stadt und dessen Umsetzung in der Planung und Gestaltung neuer Stadtquartiere. Im räumlichen Leitbild materialisiert sich der Diskurs darüber, was Stadt sein und leisten soll, der Entwicklung neuer Stadtquartiere liegt es zu Grunde und formt den analytischen Bezugsrahmen.

Zwar definiert das Leitbild europäische Stadt die gewünschten Zielvorstellungen für eine nachhaltigen Stadtentwicklung, wie diese baulich umgesetzt werden in den neuen Stadtquartieren und inwieweit das Leitbild ein ausreichender Bezugsrahmen ist wurde empirisch bislang noch nicht untersucht und ist Gegenstand der Forschungsarbeit. Mit der Untersuchung soll die Bedeutung räumlicher Leitbilder in der kommunalen Planungspraxis in Deutschland und die Positionen leitender Stadtplaner:innen und Architekten:innen zu räumlichen Leitbildern erkundet werden. Wichtiger Bestandteil der Forschung ist eine Literaturrecherche nach bestimmenden Kriterien städtebaulicher Leitbilder als analytischen Bezugsrahmen für eine vergleichende Feldforschung von ausgewählten neuen Stadtquartieren und Empfehlungen zur Erweiterung des Leitbildes und dessen Anwendung. Insbesondere soll ermittelt werden, welche räumlichen Stadtstrukturen als geeignet angesehen werden, den gesellschaftspolitischen Zielen der ökonomischen Effizienz, sozialen Gerechtigkeit und ökologischen Nachhaltigkeit gerecht zu werden, und welche nicht.

2020 - heute

Stadtboulevard Siegen

Laufendes Forschungsprojekt zur Stadttransformation
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Vom autozentrierten Verkehrsraum zum gemeinwohlorientierten Stadtraum - wie das gelingen kann, wird mit Studierenden und in Kooperation mit der Stadt am Beispiel der alten Talstraße von Geisweid bis zur Siegerlandhalle untersucht. Warum nicht eine Straße, derzeit gesäumt von großvolumigen Bauten, Discountern und Autohäusern, anders denken? Sich an ihre Anfänge als Allee erinnern? Straßenbahnen anstatt Autos pendeln lassen?

Die alte Siegener Talstraße sollte durch den Bau der Stadtautobahn entlastet werden. Heute, 50 Jahre später, ist sie eher ein Dorn im Stadtbild. In weiten Teilen erscheint der linear verlaufende Stadtraum als diffus und nicht zusammenhängend. Bautypologien, Dichten und Nutzungsstrukturen stellen sich als heterogen dar. Leerstehende Erdgeschosszonen wechseln sich mit versiegelten Parkflächen großvolumiger Bauten ab. Eine nachbarschaftliche Beziehung zwischen Geschäften über die Straße hinweg, das sprichwörtliche vis-á-vis, ist aufgrund der mehrspurig ausgebauten Straße in weiten Teilen ausgeschlossen. Trotz hoher Lärm- und Feinstaubbelastung wird hier gelebt, gewohnt und gearbeitet. Ein unbeschwertes Flanieren bleibt den Passant:innen vorenthalten.  Mit der Vision eines Stadtboulevards untersuchten 60 Studierende die Talstraße von der Kernstadt Siegen über Weidenau bis Geisweid. Neben der städtebaulichen Analyse und der Forschung über ihre historische Entwicklung entwickelten die Studierenden auch erste Ansätze der Transformation zu einem nachhaltigen öffentlichen Stadtraum. Unterschiedliche Mobilitätsarten und deren veränderte Platzbedarfe wurden genauso betrachtet wie Maßnahmen zur Klimaanpassung und die Erfüllung neuer Bedarfe der Stadtgesellschaft. Mit Aufbau und Einrichtung des fsnlb, des Siegener Stadt- und Regionallabors, etabliert sich ein Ort, der sich gemeinsam mit der Stadtgesellschaft Ergebnissen und Fragen des Modells „Stadtboulevard“ auseinandersetzt. Dabei sollen aufbauend auf der vorliegenden Analyse neue städtebauliche Entwürfe für unterschiedliche Orte entlang dieses linearen Stadtraums entstehen.